Wann ist die Fed-Zinsentscheidung und was ist vom DXY zu erwarten?

Die Federal Reserve gibt ihre Entscheidung um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekannt. Gleichzeitig werden die Wirtschaftsprojektionen der Vertreter der amerikanischen Notenbank einschließlich der Dot-Plot-Matrix veröffentlicht. Janet Yellen wird um 20:30 Uhr eine Pressekonferenz abhalten. 

Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,50 Prozent gilt als ausgemachte Sache. Es wäre der dritte Zinsschritt in diesem Jahr. Die Finanzmärkte haben eine Erhöhung bereits eingepreist und somit liegt das Hauptaugenmerk auf den Ausblick für 2018. Analysten werden hier nach der potenziellen Anzahl der Zinsschritte im kommenden Jahr suchen. „Eine Zinserhöhung auf der heutigen Sitzung wurde lange antizipiert. Für die Märkte käme ein Stillhalten sehr überraschend und würde eine schnelle Versteilung der Renditekurve herbeiführen und einen Ausverkauf beim Dollar“, sagten die Brown Brothers Harriman Marktanalysten.

Sollte die Fed wie erwartet liefern, liegt der Fokus voraussichtlich auf den neuen Prognosen der FOMC Mitglieder. Die Erhöhung an sich wird kaum einen Einfluss auf die Märkte haben. Mehr Interesse dürften potentielle Signale für die Politik in 2018 sein, erklärten die Lylods Bank Analysten. Sie rechnen damit, dass der Dot-Plot drei Zinserhöhungen im Jahr 2018 bestätigen wird.

Janet Yellen wird ihre letzte Pressekonferenz abhalten. Im Februar übernimmt Jerome Powell das Amt als oberster Hüter der Fed. „In der Pressekonferenz wird Yellens nichts neues sagen, was sie nicht schon zuvor irgendwo kundgetan hat. Ohne Zweifel wird sie von den Journalisten gefragt werden, wie die Fed auf die Steuervergünstigung von 1,4 Billionen Dollar reagieren wird. Sie wird darauf aber nur sehr schmallippig antworten“, sagten die Analysten von BMO CM. 

„Wir erwarten von der Fed eine Erhöhung der Fed Funds Target Range auf 1,25 bis 1,50 Prozent. Damit rechnen auch andere Analysten. Zudem hat der Markt diese Erwartungshaltung vollständig eingepreist. Insofern dürften nur die Wirtschaftsprojektionen und Yellens Pressekonferenz für Bewegung sorgen“, fassten die Marktanalysten der Danske Bank zusammen. 

Einfluss auf den DXY

Der Greenback wertete heute im Zuge der Inflationsdaten aus den USA ab. Der US-Dollar-Index erreichte gestern den höchsten Stand seit 14. November bei 94,16 und heute zog er sich zurück. Der DXY fand Widerstand an einer Abwärtstrendlinie von den Märzhochs und so notierte er zuletzt in der Nähe eines kritischen Niveaus, das mit der heutigen FOMC-Entscheidung gebrochen werden könnte.

Falls die Fed die Füße stillhalten sollte, dürfte der Greenback dramatisch unter Druck geraten und der DXY könnte die Oktober- und Novembertiefs testen. Da eine Zinserhöhung vollständig eingepreist ist, ist die Fed zum Handeln schon fast gezwungen.

Wenn die Zentralbank liefert, dürfte die Reaktion vom US-Dollar von den Dot-Plots abhängen sowie dem Statement und Yellens Pressekonferenz. Der Dollar dürfte steigen, falls die Fed mehr als zwei Zinserhöhungen im kommenden Jahr in Aussicht stellen sollte oder einen potenziell steileren Normalisierungsprozess ankündigt. Umgekehrt wäre es für den US-Dollar negativ, wenn die Fed nach dem heutigen Zinsschritt eine lange Pause ankündigt oder sich besorgt über die anhaltend niedrige Inflation äußert.  

Auf der Oberseite liegt der erste wichtige Widerstand bei 94,10/15 (Abwärtstrendlinie). Eine Konsolidierung darüber dürfte zu mehr Gewinnen führen. Der Hauptwiderstand befindet sich bei 94,85 und 95,05 (Oktober & Novemberhochs). Auf der Unterseite gilt es die o.g. Trendlinie nicht zu unterschreiten. Schlüsselunterstützungen befinden sich bei 93,60,93,35 und 92,50.

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